Der Bundesverband erhält mal wieder Anfragen beziehungsweise erhält Hochrechnungen mit der Bitte um Prüfung und Stellungnahme.

Grundsätzlich kann in diesen Hochrechnungen jeder Unternehmer bereits einen ersten Eindruck gewinnen.

Hier eine kurze Hilfestellung zur allgemeinen Beurteilung.

Eine Konzeptionsberechnung ist eine Berechnung unter Zugrundelegung des Einzelfalles.

Sie kommt immer bei arbeitgeberfinanzierten Versorgungswerken zum Einsatz. Bei arbeitnehmerfinanzierten Versorgungswerken werden die Auswirkungen an Musterberechnung näherungsweise aufgezeigt.

Genaue Berechnungen sind vorab nicht möglich, da nicht bekannt ist welcher Mitarbeiter mit welchem Betrag teilnimmt.

Folgende Anforderungen an Konzeptionsberechnungen oder Musterberechnungen sind zu stellen.

  • Rentenzusagen mit Kapitaloption müssen möglich sein, ein Vergleich zur Auswirkung reiner Kapitalzusagen ist in der Entscheidungsfindung notwendig
  • Fluktuation sollte niemals einkalkuliert sein
  • Bei Renten sollte durchschnittlich 10 Jahre über die durchschnittliche Lebenserwartung kalkuliert sein
  • Der Zinsfuß der Hochrechnung von beitragsorientierten Zusagen sollte variabel gestaltbar sein, derzeit sind Zinsen zwischen 1,5% und 2% empfehlenswert
  • Kein Ersatz ausgeschiedener Mitarbeiter, Aussterben des Versorgungswerks sinnvoll
  • Partielle Steuerpflicht sollte immer als Worst-Case-Szenario berücksichtigt werden
  • PSV-Beiträge müssen sich an dynamisierte Renten mit einer Steigerung von 1% anpassen
  • Bei Rentenzusagen müssen Rentenfaktoren frei wählbar sein und für das Unternehmen verantwortlich gestaltet werden
  • Die Verantwortlichkeit für die Berechnungen darf nicht ausgeschlossen sein
  • Die Hochrechnungen müssen lückenlos bis zum hypothetischen letztversterben gerechnet werden oder bis zum letzten Mitarbeiter, der eine Kapitalabfindung erhält
  • Wichtig ist, dass sich die freie Liquidität nach allen Kosten aus der Berechnung entnehmen lässt und diese verzinslich in der Entwicklung hochgerechnet wird.

Es soll grundsätzlich mit grundsätzlich verschiedenen Zins-Szenarien gerechnet werden. Wichtig ist, dass ein Zins abgewiesen wird, der im Worst-Case-Fall erzielt werden muss, wenn der Arbeitgeber nicht bereit ist seinen Aufwand selbst zu tragen.

Nachfolgender Link zeigt eine Hochrechnung in ihren betriebswirtschaftlichen Auswirkungen sowohl aus Unterstützungskassensicht, aus Kapitalanlagensicht hinsichtlich der notwendigen Ausfinanzierungszinses und hinsichtlich der Liquiditätswirkungen unter Berücksichtigung aller Kosten.

https://www.youtube.com/watch?v=jZV5RJkHzvg

Das Beispiel ist sehr gut geeignet um sich einen Überblick über die betriebswirtschaftliche Funktion der pauschaldotierten Unterstützungskasse zu verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Baier Wirtschaftsprüfer/Steuerberater